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Blankenheim | Freizeit & Kultur

Gräfin nach Blankenheim zurückgekehrt

Eines der Ganzkörperportraits der gräflichen Familie wurde restauriert und hängt nun wieder aus.

Redaktion Euskirchen

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Symbolbild Blankenheim / Foto: pixabay

Der unbekannte Maler des Portraits der Gräfin Juliana von Hanau-Münzenberg und Gräfin zu Manderscheid- Blankenheim hatte sein Werk genau datiert- 14. Oktober 1578. Das wird ihrem Gemahl Graf Hermann von Manderscheid- Blankenheim sehr wichtig gewesen sein. Er ersetzte nämlich in seiner langen Regierungszeit von 1558-1604 in Blankenheim den ungenaueren Julianischen mit dem nach Papst Gregor XII benannten Gregorianischen Kalender.

Das Gemälde zeigt die Gräfin im Alter von 47 Jahren, was explizit vermerkt ist. Sie hatte Graf Hermann 1567 geheiratet, der für diese Verbindung seine geistliche Karriere als Anwärter auf eine „Domherrn-Pfründe“ in Köln aufgab, wie in der Dekanatsgeschichte von Pfarrer Johannes Becker aus dem Jahr 1893 genau beschrieben ist. Aus den angegebenen Daten ergibt sich, dass Juliana bei ihrer Hochzeit 38 Jahre alt war – 6 Jahre älter als ihr Bräutigam. Juliana war eine Frau mir Vergangenheit.

Das restaurierte Gemälde hängt nun im Gildehaus des Eifelmuseums. Foto: Förderverein Eifelmuseum Blankenheim e.V.

Gräfin im Dachstuhl wiederentdeckt

Als die französischen Revolutionstruppen alle Insignien der adeligen Macht beseitigen wollten, fiel auch die Gemäldesammlung der Grafen ihrer Zerstörungswut zum Opfer. Das Gesicht der Gräfin Juliana wurde mit Beilhieben traktiert. Da das Portrait auf eine Eichentafel gemalt worden war, wurde es nach Abbruch des Schlosses Blankenheim zum Aufbau des Hausdaches der Bäckerei Doppelfeld in der Ahrstraße verwendet. Dort wurde es bei Reparaturarbeiten nach dem zweiten Weltkrieg entdeckt. Wolfgang Doppelfeld, ein Nachfahre der Bäckerfamilie, der der Geschichte Blankenheims sehr verbunden ist, schenkte es dem Eifelmuseum Blankenheim. Mit Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen konnte der Zustand der Tafel fachkundig konserviert werden. Nach längerem Aufenthalt bei der Restauratorin ist Juliana Gräfin von Manderscheid- Blankenheim nun ins Gildehaus des Eifelmuseums nach Blankenheim zurückgekehrt. Auf das Schloss konnte sie nicht zurück; das ist als Jugendherberge wieder aufgebaut worden und wäre für die hochwohlgeborene Dame wohl zu unruhig.

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