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Hochwasser

„Man hilft – oder lässt es sein“

Ina Scharrenbach zu Besuch in Mechernich

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NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (2.v.l.) in der „neuen Heimat“ der Kommerner Rentnerin Anita Thiemons (2.v.r.). Sie wohnt tagsüber in ihrer Garage, wo sie auch Söhne und Enkel bekocht, seit ihr Erdgeschoss in der Nacht auf den 15. Juli vom Bleibach überflutet wurde. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Seit Monaten hat Anita Thiemons (80) aus Kommern ihr Zuhause teilweise und tagsüber in ihre Garage verlegt. Sie ist seit dem verheerenden Bleibachhochwasser in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 – zumindest was das von Schmutzwasser überflutete Erdgeschoss betrifft – teilobdachlos.

Die Garage ist jetzt Küche und Wohnzimmer zugleich. Je nach augenblicklicher Familiensituation und Bedürftigkeit bekocht die rüstige 80jährige dort Söhne und Enkel. Am Samstag gesellten sich NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach und Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick zu Anita Thiemons in die mit einer durchsichtigen Plastikplane abgespannte neue Heimat.

Enkel und Freundin aus München waren gerade zu Besuch, auch der Kommerner Ortsbürgermeister Rolf Jaeck „setz sich erömm“, wozu ihn die bereits vom Kommerner Hochwasser 2016 schwer geschädigte Rentnerin einlädt.

Überblick am Puzzletisch

Ministerin Scharrenbach machte sich am Samstagmittag nach einer Wiederaufbaukonferenz in Bad Münstereifel vor Ort im Mechernicher Rathaus, in Kommern und Satzvey ein Bild von der Nach-Hochwasser-Lage am Bleiberg. Als leid- und beratungserprobte Guides dienten die Ortsbürgermeister Heike Waßenhoven (Satzvey) und Rolf Jaeck. Erster Beigeordneter Thomas Hambach hatte eine umfassende PowerPoint-Präsentation vorbereitet und gab einen Überblick.

Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, der zuvor schon bei der Münstereifeler Hochwasserkonferenz mit dabei war, fügte die Puzzlesteine, die Ina Scharrenbach nach und nach sammelte, zu einem Gesamtbild in der Stadt Mechernich zusammen: „Wir sind diesmal sicher im Vergleich zu Nachbarkommunen mit einem blauen Auge davongekommen, aber 2016 gab es schon einmal ein starkes Hochwasserereignis im Stadtgebiet Mechernich. Viele Bürgerinnen und Bürger am Bleibach in Kommern sind heute noch mit der Abbezahlung der damaligen Schäden belastet, denn vor fünf Jahren gab es keine staatliche Wiederaufbauhilfe.“

Schick sprach sich für schnelle und effektive Hilfen des Landes für einzelne betroffene Bürger und die Kommune aus. 2215 Soforthilfeanträge wurden bereits gestellt, rund 3,3 Millionen an Mechernicher Bürger ausgezahlt. Der Schaden an städtischer Infrastruktur wird auf zwölf Millionen Euro beziffert.

Mit dem Laptop von Haus zu Haus

„In Kommern ist es der Ortsbürgermeister, der mit seinem Laptop unter dem Arm von Haustür zu Haustür geht“, berichtete der Bürgermeister der Ministerin. Rolf Jaeck winkte bescheiden ab: „Entweder man hilft oder man lässt es sein…“

Zur kleinen Begleitmannschaft der NRW-Politikerin gehörte auch Stadtbrandmeister Jens Schreiber, welcher Ina Scharrenbach die zahlreichen zerstörten Feuerwehrhäuser zeigte.

Insgesamt sind 30 kommunale Gebäude von Flutschäden betroffen, so Erster Beigeordneter Hambach, die Schadenssumme belaufe sich auf knapp fünf Millionen Euro. An Wasserläufen, im Leitungsnetz und auf Wirtschaftswegen – insbesondere Totalschäden an Brückenbauwerken – bezifferte der stellvertretende Verwaltungschef rund 200 Schadstellen mit Wiederherstellungskosten von ebenfalls knapp fünf Millionen.

Allein mit „sieben bis zehn Millionen“ gab Patricia Gräfin Beissel der NRW-Heimatministerin und dem Bürgermeister in Satzvey die Schäden an der historischen Wasserburg an. Genau wie auch die Stadt Mechernich ist die gräfliche Familie allerdings gegen Elementarschäden versichert. Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick sprach sich für eine solche Versicherung aller Städte und Gemeinden aus.

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Euskirchen | Aktuelles

Tankgutscheine als Dankeschön

500.000 Liter Kraftstoff für Betroffene und Helfer

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Achim Blindert (rechts), Wiederaufbaukoordinator des Kreises Euskirchen, und Karl Heinz Lingscheid (links), Bezirksleiter der Firma Aral, übergaben die Tankgutscheine an die Tierfreunde aus dem Landkreis Aschaffenburg, die bereits zum zweiten Mal mit einem Hilfskonvoi in den Kreis Euskirchen gekommen sind. Foto: Kreis Euskirchen

Auch drei Monate nach der Flutkatastrophe ist die Hilfs- und Spendenbereitschaft im Kreis Euskirchen nach wie vor groß. Viele Menschen packen tatkräftig mit an oder liefern Material – alles kostenlos für die Betroffenen. Damit die ehrenamtlichen Helfer wenigstens einen Teil ihrer Fahrtkosten erstattet bekommen, hat die Firma Aral bereits unmittelbar nach der Flut Tankgutscheine zur Verfügung gestellt, die über den Kreis Euskirchen und die Kommunen vermittelt wurden. Insgesamt hat das Unternehmen 500.000 Liter Kraftstoff in Form von Tankgutscheinen in 13 betroffenen Städten und Gemeinden von NRW und Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellt.

Hilfsbereitschaft ist ungebrochen

Darüber freuten sich jetzt Pferde- und Tierfreunde aus dem Landkreis Aschaffenburg. Bereits zum zweiten Mal haben sie sich Mitte Oktober auf den weiten Weg gemacht, um dringend benötigtes Heu, Stroh, Weidematerial und andere Hilfsgüter in die Flutgebiete zu bringen. Dabei hat der Konvoi aus zehn 40-Tonnern und zwei 7,5-Tonnern diverse Pferdebetriebe, Gnadenhöfe und sonstige Tierhaltungen im Kreis Euskirchen angefahren, um das dringend benötigte Material abzuliefern – alles ehrenamtlich und alles kostenlos für die Betriebe.

Achim Blindert, der Wiederaufbaukoordinator des Kreises Euskirchen, nutzte die Gelegenheit, um den Helfern aus Aschaffenburg und Umgebung für ihre große Unterstützung zu danken und ihnen bei dieser Gelegenheit Tankgutscheine für die weite Anfahrt zu überreichen. Darüber hinaus dankte er Karl Heinz Lingscheid, dem hiesigen Bezirksleiter der Firma Aral: „Die vielen freiwilligen Helfer vor Ort leisten wertvolle und unbezahlbare Arbeit für alle, die von der Flut schwer getroffen wurden. Mit den Tankgutscheinen können wir sie zumindest ein wenig unterstützen“, so Achim Blindert.

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Beruf & Karriere

Jede und jeder kann helfen

Für das Ausüben eines Ehrenamtes sprechen viele Gründe

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Bei Flutkatastrophen helfen Ehrenamtliche bei der Versorgung der Einwohnerinnen und Einwohner und der Wiederherstellung der Infrastruktur. Foto: djd/BBK/Getty Images/Alena Paulus

Sie waren sofort zur Stelle, packten an und unterstützten die Menschen vor Ort. Zahllose ehrenamtliche Helferinnen und Helfer rückten bei der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern aus, um bei der Versorgung der Einwohner und der Wiederherstellung der Infrastruktur zu helfen. In Deutschland fußt der Katastrophen- und Bevölkerungsschutz zu über 90 Prozent auf ehrenamtlichen Helfern. Die aktuellen Hochwasserkatastrophen und auch die in Zukunft in größerer Anzahl zu erwartenden Extremwetterereignisse machen deutlich, wie wichtig freiwilliges Engagement ist.

Verantwortung übernehmen und sich persönlich weiterentwickeln

„Ehrenamtliche Einsatzkräfte sind die tragende Säule des Bevölkerungsschutzes“, betont auch Armin Schuster, Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Engagieren kann sich jeder. Und es gibt viele Gründe, warum man ein Ehrenamt ausüben sollte. Mit seinem Engagement kann man andere Menschen in Notlagen unterstützen, man kann Verantwortung übernehmen und sich persönlich weiterentwickeln. Ein Ehrenamt bereitet vielen aber auch oft schlichtweg Freude. Sie empfinden ihren Einsatz – etwa, wenn sie sich um alte Menschen, Tiere oder die Umwelt kümmern – als sinnstiftend, und sie schöpfen Kraft aus der Anerkennung, die sie für ihre Tätigkeit finden. Dankbarkeit und anerkennendes Lob der Mitmenschen geben ein gutes Gefühl und motivieren zum Weitermachen. Manche finden im Ehrenamt eine Berufung neben dem Job. Sie können damit ihren Alltag erweitern, sich selbst verwirklichen und eigene Kenntnisse beisteuern.

Im Ehrenamt ist jede und jeder willkommen

„Egal was du kannst, du kannst helfen“, lautet denn auch der Leitspruch der Kampagne „Mit dir für uns alle“. Jede und jeder ist willkommen und kann sich mit seinen Fähigkeiten einbringen. Die einen löschen Feuer und bergen verletzte Menschen oder Tiere aus Gefahrenzonen, andere helfen in der Krisenintervention bei belastenden Ereignissen dabei, das Erlebte zu verarbeiten, oder setzen sich als Dolmetscher ein. Wiederum andere Ehrenamtliche planen technische Hilfe, reparieren Fahrzeuge und Geräte oder kümmern sich um die Verpflegung von Einsatzkräften. Unter www.mit-dir-fuer-uns-alle.de können Interessierte herausfinden, welches Ehrenamt zu ihnen und ihren Talenten passt.

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Euskirchen | Leben & Menschen

100.000 für die Kita in Wißkirchen

EUROBAUSTOFF aus Bad Nauheim mit großzügiger Spende.

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Bürgermeister Sacha Reichelt und Fachbereichsleiterin Christiane Mermi freuen sich über die sehr großzügige Spende. Foto: Stadt Euskirchen

Das Gebäude der städtischen Kindertagesstätte in Wißkirchen und das dazugehörige Außengelände wurden durch die Flutereignisse im Juli diesen Jahres stark getroffen. So stark, dass die Räumlichkeiten erst einmal nicht mehr nutzbar sind. Aktuell ist das Betreuungsangebot übergangsweise in die Modulbaukita am Keltenring in der Kernstadt verlegt.

In der Not hat die Kindertagesstätte aber extrem großzügige Unterstützung bekommen. Die Firma Eurobaustoff aus Bad Nauheim spendete 100.000 Euro für den Wiederaufbau der Kindertagesstätte in Wißkirchen an die Stadt Euskirchen. Mit dieser Zuwendung kann das Außengelände mit neuen Spielgeräten wiederhergestellt und die Einrichtung z.B. mit einer Motorikanlage ausgestattet werden.

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Hochwasser

Geschenke für Feuerwehr im Kreis Euskirchen

Dormagener Feuerwehr verschenkt zwei Einsatzfahrzeuge.

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Übergabe des neuen Einsatzfahrzeugs / Foto: Stadt Euskirchen

Neben Straßen und Häusern wurden bei der Flutkatastrophe vor rund drei Monaten in Teilen Nordrhein-Westfalens und Rheinland-Pfalz auch zahlreiche Fahrzeuge schwer beschädigt. Auch die örtlichen Feuerwehren waren betroffen. Aufgrund langer Beschaffungszeiten von neuen Fahrzeugen fehlten dadurch in den Krisenregionen wichtige Einsatzmittel.

„Um schnell und unbürokratisch zu helfen, haben wir uns entschieden, die Gemeinde Hellenthal sowie die Stadt Euskirchen mit einem Löschgruppenfahrzeug und einem Mannschaftstransportfahrzeug zu unterstützen“, sagt der Leiter der Dormagener Feuerwehr, Bernd Eckhardt. Nachdem die Fahrzeuge zunächst verliehen worden waren, wurden sie am Montag in Dormagen dauerhaft an die beiden Wehren übergeben. Der Hauptausschuss hatte in seiner Sitzung am 5. Oktober beschlossen, die Fahrzeuge zu verschenken.

„Wir hatten in Dormagen großes Glück. Daher stand es für uns außer Frage, anderen Gemeinden bei der Bewältigung dieser Katastrophe zu helfen. Ich freue mich, dass unsere beiden Fahrzeuge nun in Hellenthal und Euskirchen sinnvoll weiter genutzt werden und dort einen wichtigen Dienst leisten“, so Bürgermeister Erik Lierenfeld bei der Übergabe.

Stadt Dormagen verzichtet auf Einnahmen

Die beiden Fahrzeuge, die bei der Dormagener Feuerwehr zuletzt durch neue Fahrzeuge ersetzt wurden, wären demnächst verkauft worden. Durch die Schenkung verzichtet die Stadt auf Einnahmen in Höhe von rund 24.000 bis 31.000 Euro.

„Wir freuen uns riesig über diese Schenkung und sind der Stadt Dormagen sehr dankbar. Die Fahrzeuge befinden sich in einem sehr guten technischen Zustand und haben uns in den vergangenen Wochen und Monaten bereits enorm geholfen“, sagt der Erste Beigeordnete der Stadt Euskirchen, Alfred Jaax. Neben Jaax freut sich auch Hellenthals Bürgermeister Rudolf Westerburg über die neuen Einsatzmittel: „Viele unserer Fahrzeuge sind bei der Flut so stark beschädigt worden, dass wir sie bis heute nicht mehr einsetzen können. Daher möchte auch ich mich im Namen der Gemeinde Hellenthal herzlich bei der Dormagener Feuerwehr bedanken.“

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Bornheim | Aktuelles

Pfandaktion für Flutopfer

Junge Union Bornheim sammelt über 2000 € Pfandspenden

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Chefredakteur von Radio Bonn/Rhein-Sieg Jörg Bertram (Mitte), stellv. Vorsitzenden Maximilian Görg (rechts) und Vorsitzender der Jungen Union Bornheim Jan Niklas Kreutz (links) / Foto: Junge Union Bornheim

Bei ihrer Pfandspendenaktion konnte die Junge Union Bornheim insgesamt 2212,46 € einsammeln. In Kooperation mit Bornheimer Supermärkten konnten Kunden ihre Pfandbons spenden. Darüber hinaus organisierte die JU Bornheim eine Sammlung von Leergut vor Ort über die weitere Spenden zusammenkamen. Die Spenden wurden durch den Vorsitzenden der Jungen Union Bornheim Jan Niklas Kreutz und seinen Stellvertreter Maximilian Görg an die „Aktion Lichtblicke e.V.“ übergeben, die die Betroffenen der Flutkatastrophe unterstützt. „Dass allein durch Pfandspenden eine so große Summe zusammenkommt übertraf alle unsere Erwartungen. Wir waren den Tränen nahe als wir die einzelnen Spenden zusammenaddiert hatten. Wir möchten uns herzlich für die Unterstützung der örtlichen Supermärkte und allen Pfandspendern bedanken,“ so Jan Niklas Kreutz nach der Scheckübergabe.

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Bornheim | Leben & Menschen

Elterninitiative der Kita „Klapperschuh“

Eltern der Kita „Klapperschuh“ sammeln Spenden für Kinder im Ahrtal

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Eine tolle Hilfsaktion der Eltern in der Kita "Klapperschuh" / Foto: jarmoluk (Pixabay)

Die unwirklichen Bilder der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind haften geblieben. Auch in der städtischen Kita „Klapperschuh“ in Sechtem waren sich alle schnell einig, für die Opfer etwas tun zu wollen. Und so haben sich die Eltern eine ganz besondere Aktion einfallen lassen. Weil die Ernte der auf dem Außengelände stehenden Apfelbäume sehr üppig ausgefallen war, war schnell die Idee geboren, Apfelmus gegen Spenden einzutauschen. Mütter und Väter der Kita pflückten, schälten und zerkleinerten die Äpfel im Akkord, sodass jede Menge Bio-Apfelmus eingekocht werden konnte – neben purem Apfelmus gab es auch die Geschmacksrichtungen Zimt und Vanille. Und am Wahlsonntag bauten sie einen Stand auf dem Schulhof auf. Jeder, der bereit war, Geld für die Flutopfer zu spenden, durfte sich ein Glas mitnehmen. Am Ende waren 483,37 Euro zusammengekommen. Das Geld geht an die Kita „Rappelkiste“ in Bad Neuenahr. Die Flut hat das gesamte Erdgeschoss unbrauchbar gemacht. Die Spende soll dazu dienen, pädagogisch wertvolles Material anzuschaffen.

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Brühl | Freizeit & Kultur

Zwei Brühler Turnhallen bleiben gesperrt

Öffnung wohl erst nach den Herbstferien

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Die Turnhalle an der Astrid-Lindgren-Schule bleibt noch bis nach den Herbstferien gesperrt. (Foto: Brodüffel)

Zwei der vom Unwetter am 14. Juli 2021 betroffenen städtischen Turnhallen bleiben weiterhin gesperrt. Die Hallen an der Astrid-Lindgren-Schule in Brühl-West und der Gesamtschule in Brühl-Badorf müssen derzeit noch getrocknet werden. Zum Schulbeginn nach den Herbstferien am 25. Oktober 2022 sollen sie wieder in Betrieb genommen werden – vorbehaltlich nicht vorhersehbarer Folgeschäden. Von der Sperrung sind neben den Schulen auch Vereine betroffen.

Mensa in der Turnhalle

In der Turnhalle der Martin-Luther-Schule ist zurzeit die Schulmensa untergebracht. Der Grund ist der Wasserschaden im Gebäude der Offenen Ganztagsschule (OGS). Mit der Beseitigung des Unwetterschadens und der Wiederaufnahme des Sportunterrichts für die Grundschüler*innen ist der Verwaltung zufolge erst Anfang des Jahres 2022 zu rechnen.

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Hochwasser

Jecke Spende für Flutopfer

Karnevalsgesellschaft Buschhoven spendet 7.000 Euro für von der Flutkatastrophe betroffene Swisttaler

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Spendenüber gabe durch Michael Schäfer und Joachim Heinen an Petra Kalkbrenner / Foto: Gemeinde Swisttal

Die Karnevalsgesellschaft Buschhoven (KG Buschhoven) hat zugunsten der durch die Hochwasserkatastrophe betroffenen Swisttaler Bürgerinnen und Bürger eine Spendenaktion durchgeführt. Michael Schäfer, Präsident der KG Buschhoven und Joachim Heinen, Pressesprecher der Karnevalsgesellschaft überreichten Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner symbolisch einen Spendencheck. „Wir haben unter den Mitgliedern der KG Buschhoven zu einer Spendenaktion aufgerufen und in den letzten sechs Wochen 7.000 Euro gesammelt“, sagte Michael Schäfer. Die KG Buschhoven wurde im Jahr 2015 gegründet und hat 142 Vereinsmitglieder. „Ich freue mich sehr über diese Spende für die Betroffenen der Flutkatastrophe in Swisttal. Die Erfahrung von Solidarität und Unterstützung gibt den Menschen Hoffnung. Im Namen der Gemeinde Swisttal danke ich Ihnen daher für Ihr besonderes Engagement“, sagte Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner. 

Die Spende wird auf das Spendenkonto der Gemeinde Swisttal unter dem Verwendungszweck „Hochwasser Swisttal 2021“ überwiesen. Die Spendenkommission, bestehend aus Vertretern der Kirchen, der Arbeiterwohlfahrt, des Kinder- und Jugendrings Swisttal und der Katholischen Jugendagentur Bonn hat ihre Arbeit bereits aufgenommen. Erste Auszahlungen des Spendenaufkommens bei der Gemeinde Swisttal wurde entsprechend der Abstimmung in der Spendenkommission an 239 Spendenempfänger festgelegt. Die Überweisungen haben in der 38. Kalenderwoche begonnen.

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Hochwasser

Schleiden: Containerlösung für KITA`s

Kindertagesstätten bald auf dem Bolzplatz in Olef.

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Die Planung für Containerlösung steht: Armin Fischbach, Teamleiter Liegenschaften und Hochbau prüft die Anordnung der drei Container, die ab Januar 2022 bezugsfertig sein sollen. (© Stadt Schleiden / Kerstin Wielspütz)

Durch die Hochwasser-Katastrophe wurden in der Tallage auch die Kindertagesstätten der Träger Profinos und DRK in Schleiden, Gemünd und Oberhausen so beschädigt, dass für diese Kindergartenkinder eine Alternativlösung gefunden werden musste. Dies gestaltete sich gar nicht so einfach: Weil ein Umzug in andere Gebäude im Stadtgebiet nicht möglich ist, wurde schnell klar, dass bis die Kita-Gebäude wieder bezugsfertig sind, nur eine Containerlösung als Übergang
dienen kann.

Zentrale Lösung für alle Betroffenen


Zunächst war geplant, die Container in Herhahn und in Gemünd auf dem Salzberg aufzustellen. „Der Standort Herhahn musste wegen einer anderweitigen Nutzung aufgegeben werden und der Standort auf dem Salzberg hätte mitten im Wohngebiet gelegen“, so der Teamleiter Liegenschaften und Hochbau, Armin Fischbach. Zudem ist sei der Weg auf den Salzberg für Eltern und Kinder zu Fuß beschwerlich und Parkplätze stünden ebenfalls nicht in ausreichender Menge zur Verfügung. Auch die ÖPNV-Anbindung zu den Höhenorten und zum Salzberg ist für die Erreichbarkeit der Kita-Container nicht gegeben. Nun werden alle drei Containergebäude ihren Platz auf dem Olefer Bolzplatz finden. „Wir treffen uns in der Mitte“, freut sich der Erste Beigeordnete der Stadt Schleiden, Marcel Wolter über die für alle gleichermaßen zentrale Lösung. „Trotz der ruhigen Ortsrandlage befindet sich die Bushaltestelle und damit die Anbindung der Buslinie 829 in unmittelbarer Nähe. Der Standort kann durch die Tallage sogar zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreicht werden“, ergänzt Fischbach. Vor dem Olefer Sportplatz wird die Stadt Schleiden weitere Flächen befestigen, so dass sowohl für das Kita-Personal als auch für Eltern genügend Parkflächen zur Verfügung stehen. Die Container werden voraussichtlich ab Januar 2022 bezugsfertig sein.

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Hochwasser

Emotionale Gedenkveranstaltung in Gemünd

Entzündete Kerzen für die Opfer der Flutkatastrophe

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Rund 700 Menschen kamen bei der Gedenkveranstaltung auf dem Marienplatz in Gemünd zusammen. / Foto: Stadt Schleiden

Dass eine Gedenkveranstaltung mit einem anschließenden geselligen Miteinander möglich sein kann, hat die Stadt Schleiden am vergangenen Freitag bewiesen: Rund 700 Menschen kamen auf dem Marienplatz in Gemünd zusammen, um den bei der Hochwasser-Katastrophe Verstorbenen zu gedenken. Anschließend nutzten viele die Gelegenheit, sich bei einem kleinen Imbiss und einem kühlen Getränk bei ruhiger Live-Musik auszutauschen. Der offizielle Teil der Gedenkfeier wurde geprägt vom Trauern und Erinnern, dem Dank für die Hilfsbereitschaft der unzähligen Helfer die unmittelbar nach der Katastrophe angepackt haben und dies immer noch tun sowie dem Zusammenhalt im gesamten Schleidener Stadtgebiet. Für Bürgermeister Ingo Pfennings waren es bewegende Momente, die er in seiner Ansprache Revue passieren ließ. Als er die Namen der neun Menschen verliest, die in der Flutnacht im Stadtgebiet ihr Leben verloren haben, entzündeten die beiden Pfarrer Philipp Cuck und Erik Schumacher für jeden von Ihnen eine Kerze.

Anschließendes Miteinander stärke den Zusammenhalt

Zum Verarbeiten der Geschehnisse gehören auch Gespräche, um das Erlebte miteinander aufzuarbeiten. Deswegen war es für Bürgermeister Ingo Pfennings von Anfang an wichtig, im Anschluss an das Gedenken ein gemütliches Beisammensein anzubieten: „Ich hatte mit etwa 500 Teilnehmern kalkuliert und am Ende waren es über 700. Die vielen positiven Rückmeldungen, die ich hier vor Ort bekommen
habe, haben mir gezeigt, dass das Konzept voll aufgegangen ist. Ich danke daher allen Teilnehmern herzlich dafür, dass sie alle zusammen einen solch würdevollen Abend kreiert haben, der alle meine Erwartungen übertroffen hat.“

Er selbst wurde emotional aus dem Konzept geworfen, als er in seiner Ansprache den Zusammenhalt im Schleidener Stadtgebiet anspricht: Bevor er den Satz den er mit den Worten „Ich bin stolz…“ begann musste sich Pfennings zunächst sammeln. Getragen durch den Applaus der Menschen vollendete er mit stockender Stimme den Satz „…, dass ich das Ganze mit euch bestreiten darf. Ich hätte es allen anders
gewünscht. Aber wir schaffen das.“

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