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Siegburg | Leben & Menschen

Siegburg: Sicherheitstag der Polizei

Polizei patroullierte in der gesamten Stadt

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Foto: Polizei Rhein-Sieg-Kreis

Am Mittwoch, 01.06.2022, fand in Siegburg der Sicherheitstag statt. Das Ziel ist es, die Entwicklungen von Straßen-, Gewalt- und Rauschgiftkriminalität zu bekämpfen und das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken.

Die Polizei und das Ordnungsamt der Stadt Siegburg waren zusammen mit der Bundespolizei, der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft und den Stadtwerken Bonn mit rund 90 Einsatzkräften in der Siegburger Innenstadt und den Randgebieten unterwegs.

Ein Schwerpunkt wurde auf die sichtbare Polizeipräsenz im öffentlichen Raum gelegt. Daher war der personell größte Einsatzabschnitt der Bereich Präsenz. Zu Fuß und auf Fahrrädern waren Polizistinnen und Polizisten für die Bürgerinnen und Bürger in der Stadt sicht- und ansprechbar.

Mitarbeiter der RSVG und der SWB kontrollierten am Busbahnhof in Siegburg, als auch in den Zügen die Gültigkeit von Fahrscheinen. Das sonnige und trockene Wetter zog überdurchschnittliches Personenaufkommen nach sich. Eine Besonderheit an diesem Tag war die Einführung des sogenannten „9 EUR Ticket“ für den öffentlichen Personennahverkehr. Dieses Ticket führte zu hoher Frequenz in Bussen und Bahnen.

Fast 60 Fahrgäste hatten keinen oder einen ungültigen Fahrschein und mussten ein erhöhtes Beförderungsentgelt bezahlen. In fünf Fällen lag der Verdacht einer Leistungserschleichung vor. Die begleitenden Polizeibeamten stellten die Personalien der mutmaßlichen Schwarzfahrer fest und fertigten eine Strafanzeige.

Am Bahnhof Siegburg patrouillierten Beamtinnen und Beamte der Bundespolizei. Sie sorgten für die Einhaltung der Regeln auf den Bahnsteigen. Ein weiterer Aspekt des Sicherheitstages war natürlich auch die Bekämpfung der Hauptunfallursachen. Aus diesem Grund wurden durch geschulte Beamte des Verkehrsdienstes Lasermesskontrollen durchgeführt. Dabei wurden rund 50 Geschwindigkeitsverstöße geahndet. Dazu gesellte sich noch eine größere Anzahl mündlicher Verwarnungen wegen kleinerer Verstöße. Der Leiter der Polizeiwache Siegburg, Thomas Mackenbach, zieht als Einsatzleiter des Sicherheitstages eine positive Bilanz am Ende des Einsatzes. „Ich möchte vor allem die gute Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt der Stadt Siegburg, den Verkehrsgesellschaften und der Bundespolizei betonen. Die Kooperation zwischen den Ordnungsbehörden gestaltete sich auch wie im Vorjahr erfolgreich und zielführend.“

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Siegburg | Leben & Menschen

Viel mehr als nur Deutschunterricht

Eine ukrainische Flüchtlingsklasse am Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises in Siegburg

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Schüler:innen der IFK212 mit Lehrerin Samira Szebeni

Konzentriert arbeiten die Schüler:innen der IFK212 an Laptops und Tablets. Deutsch steht auf dem Stundenplan. An sich nichts Ungewöhnliches – würde es sich bei den Schüler:innen nicht um junge Menschen handeln, die allesamt erst seit wenigen Wochen in Deutschland sind und von jetzt auf gleich vor dem Krieg in der Ukraine flüchten mussten. 

Seit Anfang Mai werden die 20 Schüler:innen zwischen 16 und 18 Jahren am Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises in Siegburg unterrichtet. Dabei ist eine Priorität natürlich, den jungen Leuten möglichst schnell Deutsch beizubringen, so dass sie sich gut im Alltag zurechtfinden können und rasch ihren Bildungsabschlüssen gemäß ins deutsche Schulsystem integriert werden können. Noch viel wichtiger ist es aber, den Jugendlichen eine Struktur im Alltag zu bieten und ihnen soziale Kontakte mit Gleichaltrigen zu ermöglichen. Nicht zuletzt soll dies ihnen dabei helfen, das Erlebte zu verarbeiten. 

Neben Deutschkenntnissen wird auch Unterricht in Englisch, Mathe und BWL angeboten. Dabei werden die unterschiedlichen Voraussetzungen der Schüler:innen berücksichtigt, die bislang Abschlüsse nach der 9. oder 11. Klasse vorweisen können. Die meisten Schüler:innen sind jeden Tag an der Schule, einige aber nur an drei Tagen der Woche. An den anderen beiden Tagen werden sie online von ukrainischen Lehrer:innen unterrichtet, um ihnen zu ermöglichen, ihre in der Ukraine angestrebten Schulabschlüsse zu erlangen. 

Nicht zuletzt deswegen ist es auch von Vorteil, dass im Unterricht teils mit digitalen Lehrwerken gearbeitet wird, wo jeder dann im eigenen Tempo Fortschritte machen kann. Die Schüler:innen nutzen dazu eigene Laptops oder Surfaces, die sie sich von der Schule ausleihen konnten. Im nächsten Jahr sollen die jungen Leute idealerweise Sprachzertifikate erwerben, mit denen sie reguläre weiterführende Bildungsgänge im deutschen Schulsystem besuchen können.

Neben dem Unterricht bemüht sich das Klassenteam in Zusammenarbeit mit den Sozialarbeitern der Schule, den Jugendlichen auch ein Stück Normalität zu bieten. Dazu gehören zum Beispiel auch Schulausflüge, etwa in den Kletterwald in Hennef. Dennoch bleibt es eine große Herausforderung, die Schüler:innen ins Bildungssystem zu integrieren und ihrer Situation gerecht zu werden, denn jede/r bringt ganz eigene Voraussetzungen mit sich: sei es ein angefangenes Studium, eine begonnene Ausbildung, die Abiturvorbereitung. Was sie eint ist die Tatsache, dass sie alle mitten aus ihrem gewohnten Leben gerissen wurden und sich nun in einem fremden Land zurechtfinden müssen.

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Rhein-Sieg-Kreis

„Jugend trainiert für Olympia“

Mehr als 170 Teilnehmende in diversen Disziplinen am Start.

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Foto: Rhein-SIeg-Kreis

Mehr als 170 Kinder und Jugendliche aus sieben Schulen im Kreisgebiet haben in diesem Jahr am Leichtathletikwettbewerb der Schulen teilgenommen. Gemeinsam mit dem LAZ Puma Rhein-Sieg hat der Rhein-Sieg-Kreis den Mannschaftswettbewerb nach zwei Jahren Coronapause wieder ausgerichtet.

Bei bestem Wetter und strahlendem Sonnschein konnten die Schülerinnen und Schüler im Walter-Mundorf-Stadion in Siegburg in drei Wettkampfklassen in den Disziplinen Hoch- und Weitsprung, Kugelstoßen, Ball- und Speerwurf sowie Sprint, 800m und 4x75m / 4x100m-Staffel ihre Kraft, Geschicklichkeit, Schnelligkeit und Ausdauer demonstrieren. Bei den 800m wurden die Läuferinnen und Läufer lautstark von ihren Mitschülerinnen und Mitschülern angefeuert und so „ins Ziel getragen“. Die 4x75m bzw. 4x100m-Staffeln beendeten als Abschluss-Highlight das Sportfest.

Für Thomas Wagner, Sportdezernent des Rhein-Sieg-Kreises, ist das Sportfest ein wichtiges Zeichen: „Wir sehen, dass sich die Schülerinnen und Schüler wieder für den außerunterrichtlichen Schulsport begeistern. Dies wollen wir im Rahmen der Landessportfeste der Schulen auch im kommenden Schuljahr weiter fördern.“

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Siegburg: Katze attackiert Halter

Feuerwehr muss Mann retten

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Foto: Symbolbild (Mahal/pixabay)

Am Donnerstag kam es zu einem ungewöhnlichen Einsatz für die Siegburger Feuerwehr. Sie musste eine Katze einfangen. Doch das Tier war nicht auf einen Baum geklettert oder eingesperrt. Der eigene Halter hatte die Feuerwehr verständigt, da ihn seine Katze nicht mehr in diverse Räume der Wohnung lassen wollte. Immer wieder attackierte die Katze den Mann.

In seiner Not telefonierte der Halter zunächst mit der Polizei. Diese verwies ihn allerdings an die Feuerwehr. Die Siegburger Feuerwehr war etwas verwundert über den Einsatz, da man in der Regel die Katze und nicht den Mensch rettet. Aber mit einem Netz und dicker Schutzkleidung gelang es die Katze nach wenigen Minuten einzufangen und in eine Transportbox zu packen. Die Katze wurde dabei nicht verletzt, anders als ihr Halter. Der kam mit einigen Kratzern davon. Die Fellnase wurde wurde anschließend zu einem Tierarzt gebracht um ihr ungewöhnliches Verhalten zu untersuchen.

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Rhein-Sieg-Kreis

Musizierende Jugend im Rhein-Sieg-Kreis

Cedric Hiller mit Engelbert-Humperdinck-Sonderpreis ausgezeichnet

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Cedric Hiller (Mitte) mit Landrat Sebastian Schuster (rechts) und Monika Wildberg (links). / Foto: Stefan Küsche – Arbeitsgemeinschaft der Musikschulen im Rhein-Sieg-Kreis

Cedric Hiller errang beim diesjährigen Wettbewerb „Musizierende Jugend“ mit seinem Violinspiel den ersten Preis. Auch wurde er mit dem Engelbert-Humperdinck-Sonderpreis ausgezeichnet. Dieser wurde in diesem Jahr anlässlich des 100. Todestages des Siegburger Komponisten für die überzeugendste Interpretation eines seiner Werke verliehen.

Urkunde und Preisgeld für Cedric Hiller

Schirmherr Landrat Sebastian Schuster und Monika Wildberg von der Kreissparkasse Köln überreichten Cedric Hiller jüngst seine Preise, stellvertretend für alle Preisträger des 42. Wettbewerbs Musizierende Jugend im Rhein-Sieg-Kreis. Dies waren für den 1. Preis eine Urkunde und ein Kalender; der Engelbert Humperdinck Preis ist mit 300 Euro dotiert. Coronabedingt fand die Preisverleihung im kleinen Kreise in der Aula der Engelbert-Humperdinck-Musikschule in Siegburg statt.

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Siegburg | Leben & Menschen

Siegburger Funken laufen für den guten Zweck

Sponsorenlauf bis zum 27. Juni

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Foto (Funken Siegburg)

In der Session 2019/20 ist die Seniorentanzgruppe der „Funken Blau-Weiss Siegburg“ 2.200 Kilometer zu ihren Auftritten und wieder nach Hause mit dem Bus gefahren. Bis zum 27. Juni wollen die Tänzer*Innen die gleiche Streckenlänge für den guten Zweck laufen. Mit dem Sponsorenlauf sollen Spenden für die Caritas der Kirchengemeinde Sankt Servatius gesammelt werden.

Hilfe für Menschen in Not

Ziel des blau-weißen Sponsorenlaufes ist die Unterstützung von Menschen, die durch die Corona-Pandemie in eine finanzielle Notlage geraten sind. So soll zum Beispiel Familien geholfen werden, die nicht mehr genügend Geld für Lebensmittel und Babykleidung aufbringen können. Den aktuellen Stand der Funken-Benefizaktion kann man auf Facebook und Instagram und unter dem Hashtag #siefubewegt verfolgen.

Weitere Infos unter www.siegburger-funken.de

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Ein Interview mit Abiturient*innen am Berufskolleg Siegburg

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Symbolbild / Foto: pixabay

Bereits im letzten Jahr wurden die Abiturprüfungen unter Corona geschrieben und Abiturient*innen mussten auf liebgewonnene Rituale wie die Mottowoche oder Abschlussfeiern verzichten. Der diesjährige Abiturjahrgang blickt auf noch größere Einschränkungen zurück: das gesamte letzte Schuljahr fand unter Corona-Bedingungen mal im Präsenz- mal im Distanzunterricht statt. Warum sie dennoch unbesorgt und mit Zuversicht auf ihre Prüfungen und den Einstieg in Berufsausbildung und Studium blicken, haben uns drei der aktuellen Abiturient*innen der Stufe 13 am Beruflichen Gymnasium des Berufskollegs des Rhein-Sieg-Kreises in Siegburg im Interview verraten.

Im Distanzunterricht zur Prüfungsvorbereitung

Lea-Marie Hustedt, Florian Korn und Tim Ratmann bereiten sich derzeit auf ihre Abiturprüfungen vor, die ab Ende April stattfinden sollen. Zu Beginn ihres letzten Schuljahres wurden Sie noch vor Ort unterrichtet, seit Mitte Dezember fand der Unterricht zwar nach Plan, jedoch überwiegend in Form von Videokonferenzen statt. Der Übergang ins „Homeschooling“ verlief dabei größtenteils reibungslos, auch wenn es anfangs hier und da noch kleine technische Unwegsamkeiten gab, die aber mit wachsender Routine beseitigt werden konnten. Für Florian lag der entscheidende Unterschied zum Präsenzunterricht in der Selbstorganisation, die das Distanzlernen den Schüler*innen abverlangt. Auch wenn er den Unterricht vor Ort für etwas produktiver hält, konnte er dem Fernunterricht etwas Positives abgewinnen: „Ich hab das Gefühl, dass die Zusammenarbeit der Schüler untereinander vorher schon gut war, aber jetzt noch besser ist. Alle versuchen, das Beste draus zu machen und unterstützen sich gegenseitig.“ Auch seitens der Lehrer*innen hätten sie viel Unterstützung erfahren. Tim ergänzt: „Wir wurden auf jeden Fall nicht allein gelassen von den Lehrern.“

Umgang mit Corona Regeln an der Schule

Seit Schuljahresbeginn wurden Schüler*innen und Lehrer*innen in Deutschland mit rasch wechselnden Verordnungen und Richtlinien konfrontiert. In Bezug auf den Umgang der Schule mit Infektionsschutz und der Organisation des Distanzlernens ziehen die Schüler*innen eine positive Bilanz. „Ich hab das Gefühl, dass die Schule damit verantwortungsvoll umgeht,“ resümiert Florian. Er habe von anderen Schulen schon einen deutlich laxeren Umgang mit Regeln mitbekommen. Die Vermeidung von zu viel Kontakten durch die geänderten Pausenregelungen oder das Einbahnstraßensystem, um Gedränge zu vermeiden, seien gute Maßnahmen. Auch Tim ist mit dem Corona-Management der Schule zufrieden. „Man hat gemerkt, dass die Schule sich Gedanken gemacht hat, was am meisten Sinn macht und was vor allem den Schülern am meisten hilft.“

Der persönliche Kontakt fehlt

Präsenzunterricht und vor allem das soziale Miteinander kann der Distanzunterricht nicht vollends ersetzen. „Man probiert, das Beste draus zu machen und sich in den 15 Minuten Pause zwischen den Stunden über WhatsApp oder Teams zu schreiben, aber das ersetzt nicht das Persönliche,“ findet Florian. Lea vermisst vor allem Gruppenarbeit im Unterricht, „aber auch einfach diese Flurgespräche, dieses kurze Austauschen über Kleinigkeiten, die einem im Endeffekt aber doch sehr, sehr viel bringen .“

Positives in der Krise

Dennoch sehen sie trotz aller Einschränkungen auch etwas Positives in der aktuellen Situation. In Bezug auf das schulische Miteinander und den Kontakt der Schüler*innen untereinander findet Florian: „Manch einer wird sagen, es ist schlechter geworden, weil man in Distanz ist. Ich sage, es ist besser geworden, weil es eine Ausnahmesituation ist. Wir sitzen alle in einem Boot – auch mit den Lehrern – und das hat das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt.“ Tim findet, dass es aufgrund des digitalen Unterrichts leichter geworden ist, Lehrern eine Frage zu stellen. „Wenn man jetzt ein Problem hat, fragt man den Lehrer eher im Chat in Teams als früher vor der gesamten Klasse. Die Lehrer waren bislang sehr aufmerksam und haben zügig geantwortet. Man ist im Umgang viel lockerer geworden und traut sich nun eher zu fragen, wenn man etwas nicht verstanden hat.“ Lea ergänzt: „Früher hat man dreimal überlegt, ob man eine Mail an den Lehrer schreibt. Jetzt schreibe ich eine kurze Chatnachricht und bekomme eine rasche Antwort. Der Kontakt zwischen Schülern und Lehrern ist enger geworden.“

Gut vorbereitet auf das Abitur

Nicht zuletzt dank der gegenseitigen Unterstützung fühlen sich Lea, Florian und Tim bereit für die Prüfungen. „Ich kann es nicht einschätzen, wie es gewesen wäre, hätten wir nur Präsenzunterricht gehabt,“ so Lea. Sie fühle sich aber ziemlich gut auf das Abitur vorbereitet. „Ich kann die Lehrer immer anschreiben, meist bekomme ich sehr schnell eine Rückmeldung. Viele Lehrer sind immer erreichbar und haben ein offenes Ohr.“

Nachteile gegenüber Abiturient*innen aus vorherigen Jahrgängen sehen die jungen Leute kaum. „Was mich allerdings sehr ärgert,“ sagt Florian „ist wenn Menschen sagen, unser Abi wäre nicht so viel wert. Irgendwie schwebt über einem, dass man die Corona-Generation ist und ein Abi zweiter Klasse macht.“ Dabei übersehen die Leute, dass gerade das Distanzlernen vielen Schüler*innen auch einen großen Schub im Bereich Selbstorganisation, Eigenmotivation und auch im Umgang mit digitalen Medien wie Teams gebracht hat.

„Manche haben das selbständige Lernen nun lernen müssen,“ so Lea, die weiß, dass dies ja eine wichtige Voraussetzung ist, wenn man einen Beruf lernt oder ein Studium beginnt. Auch Florian sieht im selbständigen Lernen eine gute Vorbereitung auf die Uni. Den Übergang ins digitale Lernen sieht er positiv „Es wird ja viel über die Digitalisierung an deutschen Schulen geflucht, aber eigentlich hat es bei uns gut funktioniert und die Schule hat flexibel reagiert.“ Ihm persönlich hat der Wechsel ins Distanzlernen noch einmal einen Motivationsschub gebracht. „Man hat viel Freizeit während des Lockdowns, mit Freunden treffen geht ja nicht, also kann man sich auch hinsetzen und lernen.“

Ende der Schulzeit ohne gemeinsame Abschlusserlebnisse

Trotz des positiven Ausblicks auf die Prüfungen vermissen die Schüler*innen doch Einiges, was für andere Abiturjahrgänge ganz selbstverständlich war. Die Abschlussfahrten zum Ende der Jahrgangsstufe 12 mussten im letzten Sommer bereits ausfallen. Eine Mottowoche gab es diesmal nicht und auch keinen Abi Streich. Ein Abschlussball mit allen Mitschüler*innen, Eltern und Freunden kann in diesem Jahr ebenfalls nicht stattfinden. „Ich hab nicht das Gefühl, dass ich nach 13 Jahren jetzt die Schule verlasse. Das ist wirklich schade,“ so Lea.

Privat mussten ebenfalls einige Pläne für die Zeit nach dem Abitur abgesagt oder verschoben werden. Die Hoffnung ist noch da, in diesem Sommer zumindest etwas Kleines machen zu können, vielleicht Campen mit Freunden und dann einen richtigen Urlaub im nächsten Jahr. Ihrer beruflichen Zukunft sehen alle drei jedoch optimistisch entgegen. „Schulisch und beruflich bin ich positiv eingestellt. Ich sehe, dass es mit einer App wie Teams gut klappt,“ sagt Lea. Tim ist zufrieden, dass er auch in der Ausbildung, die er im Sommer beginnen wird, mit dem Berufskolleg in Siegburg an einer Schule bleibt, „die eine gute Strategie fährt und gut aufgestellt ist.“ Und auch Florian ist sich sicher, dass die IT-Branche, die er sich ausgesucht hat, „eher zu den Gewinnern der Krise gehört.“

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